Vereinsgeschichte des Ehgner Goascht e.V.

Herkunft und Entstehung

Der `Geist´ im Namen des Ehgner Goascht e.V. hat seinen Ursprung im Haus des Kaisers von Rottenburg am Neckar, welches früher zur Ehinger Gemeinde gehörte.

Ehingen war im 12.Jahrhundert eine aufstrebende Kleinstadt. Sie erstreckte sich von der Klause bis zum Kiebinger Tor und sogar bis auf die andere Neckarseite. Daneben gehörte der Bereich vom Kalkweiler Tor Richtung Neckar und zum heutigen Marktplatz genau so zu dieser Gemeinde wie das Gebiet zwischen Waldhorn und Schänzle, einschließlich der oberen Gasse mit einem Teil des Roten Meeres.

Selbst Niedernau gehörte dazu, wo die Ehinger eine Burg besaßen, welche allerdings bis auf die Grundmauern zerstört wurde – nur noch ein kleiner Hügel zeugt heute von der ehemaligen Größe der Burg.

Als die Herren von Ehingen eines Tages in Not gerieten, mussten sie allerdings ihren gesamten Besitz an die Hohenberger verkaufen.

Erst viele Jahre später wurde die Stadt Rottenburg gegründet.

Das Haus Kaiser – welches heute besser als Firma Jäckle bekannt ist – besaß damals eine eigene Kapelle, in welcher jährlich am 8. September eine heilige Messe gelesen wurde. Die Einhaltung dieses Termins war immens wichtig, da ansonsten die Geister missgestimmt waren und in der nacht ihr Unwesen im Haus trieben.

Diese Ritual wurde zunächst auch von den neuen Besitzern übernommen.

Doch als dieser eine alte Treppe aus Holz durch eine Steintreppe ersetzen ließ, verzögerte sich das Bauende so sehr, dass die Messe am 8. September nicht gehalten werden konnte. 

Zunächst geschah nichts – doch als der Umbau fertig gestellt und immer noch keine Messe gelesen worden war, waren die Geister dermaßen erzürnt, dass sie die Bewohner in der Nacht keinen Schlaf finden ließen: Das ganze Haus war erfüllt von fürchterlichem Kettenrasseln und Getrampel.

Am folgenden Tag eilte der neue Hausbesitzer zum Priester um umgehend die versäumte Messe zu bestellen.

Nachdem die Messe gelesen war, kehrte wieder die gewohnte Ruhe im Haus ein.

Von diesem Zeitpunkt an wurde die Messe wieder pünktlich am 8. September jeden Jahres gelesen.

Entstehung und Gründung

Am Rosenmontag 1999 ergab sich im Gasthaus Plaka ein angeregtes und vergnügtes Gespräch zwischen mehreren Fasnetfreunden, darunter Roland Hermann und Ingrid Nuoffer. Nachdem über den Umzug und den sonstigen Verlauf der Fasnet geredet worden war, entstand die Idee der Gründung einer neunen Fasnetgruppe.

Roland brachte hierbei den Gedanken ein, dass ein Geist im Mittelpunkt der neuen Gruppe stehen könnte. Nur – welcher Geist sollte es sein, und wie sollte er aussehen ?

Nachdem uns Roland mit Literatur aus seiner Bibliothek versorgt hatte, begann eine Zeit des emsigen Lesens, Forschens und Diskutierens. Dass die entsprechenden Bücher in altdeutscher Schrift verfasst waren, machte die Sache nicht gerade einfacher – doch schließlich fanden wir unseren Geist, den Ehgner Goascht.

Jeder, der einmal bei der Gründung eines Vereins mitgewirkt hat, weiß, dass es sich hierbei um eine komplexe und nervenaufreibende Aufgabe handelt. So war es auch bei uns, doch neben manchem Kummer und Verdruss überwog dann doch Freude an der gemeinsamen Arbeit. So erarbeiteten wir schließlich eine Satzung und sind seit Oktober 1999 ein eingetragener Verein mit zunächst sieben Mitgliedern.

Nunmehr ging es darum, unserem Geist Gestalt zu verleihen: Wir benötigten Maskenschnitzer, Schneider, einen entsprechenden Stoffladen, eine Gerberei und tausend andere Dinge, die eine junge Fasnetgruppe benötigt.

Im Hause Platz fanden wir unseren Maskenschnitzer: Er gab unserem „Geist“ die mystischen und geheimnisvollen Gesichtszüge. Als nächstes sollte eine passende Häs erstellt werden – Frau Roswitha Kaupp aus Kiebingen stand uns dabei mit ihrem Team hilfreich zur Seite.

Bis wir soweit waren, ein Wappen in unsere Häs einarbeiten zu lassen, drängte die Zeit bereits stark, doch das Glück war uns auch in diesem Falle hold: Wenn auch nicht vollständig ausgestattet, so konnten wir am 6. Januar 2000 doch zum ersten Mal unseren Geist inklusive Maske und Häs der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Resonanz der Öffentlichkeit war ausgesprochen positiv.

Mit diesem ersten Fasneterfahrungen sowie neuen T-Shirts, Pullovern und jeder Menge bunter Bonbons ausgestattet, konnte die Fasnethochzeit für unseren Verein kommen.

Hierbei zeigte es sich wiederum, dass sich unsere Mühen und Anstrengungen gelohnt haben, den wiederum wurden wir von der Öffentlichkeit sehr positiv angenommen: Die Zuschauer gaben uns den liebevollen Namen „Bonbongeister“ und sogar die Tageszeitung veröffentlichte ein Bild unseres Ehgner Goascht e.V. beim Fasnetumzug. (Siehe Bild am Anfang)

Wir hatten es also schließlich gemeinsam geschafft – sowohl vom Publikum als auch von den verschiedenen Veranstaltern sind wir akzeptiert und angenommen worden.

Mittlerweile war die Mitgliederzahl auf 14 angewachsen.

Unsere erste Walpurgisnacht  verbrachten wir zusammen mit anderen Fasnetgruppen auf der Weiler Burg. Ein Erlebnis, welches wir nicht so schnell vergessen werden und welches uns wiederum neue Eindrücke vermittelte.

Um unser Vereinsleben auch außerhalb der Fasnetzeit aktiv zu halten, beschlossen wir, unter anderem auf dem Neckarfest mit einem Stand zur Sicherung des leiblichen Wohls präsent zu sein: Aktivitäten, die nicht nur unseren Mitgliedern nützen und andererseits unser Gemeinschaftsgefühl stärken.

Wir hoffen, dass sich unsere Anstrengungen gelohnt haben, und die Ehgner Goaschter e.V. Rottenburg das bunte Bild der Rottenburger Fasnet noch lange bereichern kann.

  

 

 

 

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